Massivholzmöbel aus heimischer Eiche im Deutschen Hirtenmuseum
Dank der geförderten Projektfinanzierung konnten wir eine raffnierte Regal- und Vitrinenlösung einbauen

Museumsleiterein Ingrid Pflaum erklärt Leopold Rey die Besonderheiten des deutschen Hirtenmuseums und des hauseigenen Zollstocks
Normalerweise beteiligen wir uns ja nicht an Ausschreibungen oder Förderanträgen, weil das bisher noch nie geklappt hat. Die Leiterin des Deutschen Hirtenmuseums, Ingrid Pflaum, ließ aber nicht locker, also entwickelten wir anhand Ihrer Fotos und dem Grundriss in Unterkrumbach ihre Ideen weiter und entwarfen eine ziemlich raffinierte Regal- und Vitrinenlösung für den neuen Museumseingang. Wir errechneten kurz die Kosten und vergaßen das ganze auch gleich wieder, in dem sicheren Glauben, dass "sowas" eh nicht klappt.

Für den Förderantrag wurde erstmal nur das Skibble eingereicht, was reichte ...

... erst nach der Förderzusage entstand die technische Fertigungszeichnung am Rechner
Gar nicht so lange später rief Ingrid wieder an und erklärte, dass die Fördermittel bewilligt seien und dass sie jetzt eine Ausschreibung machen muss. Naja, ist ja schon mal gut, wenn unser Entwurf in Massivholz verwirklicht wird, dann macht es halt der billigste Kollege, der normalerweise kein Möbelmacher ist. Aber nach der Frist rief sie schon wieder an und meinte, wir sollten das Projekt jetzt bitte zügig verwirklichen, weil es noch in diesem Jahr fertig werden muss. Wir müssen zugeben, wir waren überrascht.

Das erste Skribble und "In Echt" sind gar nicht so weit auseinander

Die Vorderkante des Regalstollens ist gerade, die hintere folgt der Wand

Auch im niedrigen Bücherregal erkennt man, dass das Gemäuer wohl kein Neubau ist

Hihi, ist das schief
HirtenmuseumsVideo
Der einladende neue Eingangsbereich des Deutschen Hirtenmuseums in Hersbruck
Das sagte Museumsleiterin Ingrid Pflaum zum Projekt

Museumsleiterin Ingrid Pflaum
Gelungene Maßanfertigung
INGRID M. PFLAUM LEITERIN DES DEUTSCHEN HIRTENMUSEUM HERSBRUCK
Die Herausforderung, die ein altes Gemäuer an neue Einbaumöbel stellt, war bei diesem Projekt nur ungleich geringer als die Geduld gewesen, die es bedurfte, einen Bundes-Förderantrag auszuarbeiten, ohne den eine Umsetzung nicht zustande gekommen wäre. Von den kompetenten Handwerkern der Möbelmacher wurde, begonnen mit der Planung bis zur Ausfertigung und dem etwas komplizierten Einbau, alles wunderbar gemeistert. Besonders die Schrägheit der Stollen durch die nötige Anpassung an das alte Gemäuer, fasziniert auf den ersten Blick.
Alle Mühen haben sich gelohnt! Danke vor allem an das DVA – Soforthilfeprogramm des Bundes! Denn herausgekommen ist ein nachhaltiges und regionales Prachtstück aus zertifizierter, Reichenschwander Eiche, die nun ein Bücherregal und Museumsshop in einem geworden ist. War es früher doch die Regel, dass die handwerklich selbst hergestellten Produkte auch direkt aus der Region stammten. Unser Museum ist voll und zeugt davon, nur heute nennen wir sie Exponate! Und daher bin ich sehr glücklich, dass es nun ein neues Möbelstück in der althergebrachten Handwerkskunst im neuen Eingang des Deutschen Hirtenmuseums gibt. In 2023 wird das Museum 90 Jahre alt und ich wette, dass das neue Kombi-Möbelstück noch älter wird!

Jeder Stollen musste einzeln angepasst werden

Glückliche Museumsleiterin direkt nach der Montage

Winzige Details

Das Anpassen war ein Kunst

Stollen an Wand angleichen

Nebenbei gab es auch Schlublanden Vitrinentüren und LED-Licht
Das Ziegenprojekt als sprechender Tisch
Wieder ein Projekt, das das DVA Soforthilfeprogramm des Bundes für kleine Museen finanziert hat

Der sprechende Tisch: auf Knopfdruck werden Märchen zum Thema Ziege abgespielt
Wieder durften wir für das Deutsche Hirtenmuseum ein Projekt, diesmal zum Thema Ziege verwirklichen, das durch das DVA Soforthilfeprogramm des Bundes für kleine Museen finanziert wurde. Wir haben, wie schon im letzten Jahr, den Entwurf gezeichnet und wieder hat er überzeugt. Jetzt kann der Tisch Ziegenmärchen erzählen, weil die Firma EOS (www.e-o-s.de) die raffinierte Technik geplant organisiert und integriert hat, für die wir den Tisch und die darüber hängende Lautsprecherleuchte vorbereiteten.

Auch das zweite Projekt für das Hirtenmuseum entstand zunächst aus dem Gespräch mit Museumsleiterin Ingrid Pflaum und fand über den Bleistift von herwig Danzer seinen Weg aufs Papier

Ein Skribble ist am Anfang schon schön, aber später muss eine technische Zeichnung sein ...

... wobei auch hier ein wenig Perspektive nicht schadet
Making-of des Fototermins mit fliegender Ziege (wer sich mehr für die drachenfliegende Ziege interessiert, findet sie hier)

Auf den eingelassenen und bedruckten Glasschildern wurden die beschreibenden Symbole vom Grafiker hinten aufgedruckt
Kinder und auch Erwachsene können bei dieser Museumsstation also auf den Knopf im Tisch drücken, dann wird das im Glasschild angezeigte Märchen oder dessen Erläuterung als aufgezeichnete mp3-Datei abgespielt und von den Speziallautsprechern in der Leuchte abgespielt. Dieselben haben eine extrem geringen Abstrahlwinkel, sodass man nur zwei Meter weiter schon fast nichts mehr davon hört.

Die in die Tischplatte integrierte Kiste nimmt die Bilderbücher auf, aus denen den Kindern zusätzlich oder anstatt vorgelesen werden kann

Leider muss eine Museumseinrichtung auch weitgehend „vandalensicher“ sein, weshalb das dicke Glas nur mit einem Saugnapf entnommen werden kann und irgendwann auch wieder gegen neue Märchen ausgetauscht

In dem Leuchtentrog ist nicht nur das LED-Licht untergebracht, sondern auch die beiden Speziallautsprecher, die schon in der näheren Umgebung kaum noch zu hören sind

Die stabilen Eichenrahmen für die Beschreibung der Ziegenrassen und deren Felle haben wir gleich mitgemacht
In der Dauerausstellung im zweiten Stock des deutschen Hirtenmuseums wird der Tisch durch den Holzboden mit Strom und Lautsprecherkabeln versorgt, die dann über die Wand und Decke zu den Lautsprechern in der Leuchte weitergeführt werden. Das war technisch gar nicht sooo einfach, aber dank gemeinsamer Besprechungen vor Ort und telefonisch konnten wir die Herausforderung meistern.

Die Ziege war die Kuh des kleinen Mannes und in dieser Ausstellung ist sie für viele Sinne spürbar: sehen, tasten, riechen (!) und hören Sie sich rein

Museumsleiterin Ingrid Pflaum, Michael Thurn von der Firma EOS, Christoph Schönhöfer von der Stadt Hersbruck besprechen mit herwig Danzer alle Details
2017 gab es die Sonderausstellung „Bock auf Ziegen“ im Hirtenmuseum, seitdem sind auch zwei grandiose Bücher zum Thema entstanden, die Sonderausstellung musste wegen der Fördergelder noch im Jahr 2022 fertig werden, was gerade noch so gelang. Der Termin für so eine anspruchsvolle Aufgabe mit dem Verstecken der aufwändigen Technik war ausgesprochen sportlich, aber dank der wohlwollenden Zusammenarbeit aller Fachleute dann doch lösbar. Wir freuen uns riesig, dass das moderne Projekt bei den kleinen und großen Besuchern so gut ankommt.

Auch die Rahmen für die Ziegenrassen stammen aus unserer Werkstatt, zum Beispiel für die Bulgarische Schraubenhörnige Langhaarziege

Interessante Erläuterungen zur Ziege, der "Kuh des kleinen Mannes"

Die Tauernscheckenziege
Museumsleiterin Ingrid Pflaum schrieb zu diesem Projekt:
"Was lange währt wird endlich gut!
Seit unserer Sonderausstellung „Bock auf Ziegen“ in 2017 musste die „Geis“ warten, bis sie in unsere
Dauerausstellung einziehen konnte. Wir hatten zwar „Bock“ aber kein Geld – bis wir uns 2022 mal wieder
für eine Förderung bewarben und auch dank der Möbelmacher-Planung erfolgreich waren.
Danke auch an den Deutschen Verband für Archäologie und den Beauftragten der Bundes-
regierung für Kultur und Medien, sowie die Raiffeisenbank Nürnberger Land."



