Distelfink: "die moebelmacher" - 20 Jahre jung

herwig Danzer (re.), Hubert Weiger (2. v. re) Vetreter des Forstes, des BN und Mitarbeiter der "möbelmacher" werben für die Verwendung der "Rotkernbuche"

Der erste Eindruck: Eine Gebäudegruppe – die Betriebshalle und das regionale Musterhaus - mit warm leuchtender Holzverkleidung am Ortseingang von Unterkrumbach vor den grünen Hängen des Großen Hansgörgel. Auch im Inneren offene Holzbalkenkonstruktionen, natürliche Holz- und Steinböden und viel Tageslicht. Das Ganze ist der sichtbare Ausdruck eines Programms, es steht nicht nur für eine traditionelle handwerkliche Produktionsweise mit heimischen Holz, es steht vor allem für eine bewusste individuelle Lebens- und Arbeitsweise. Vor genau 20 Jahren fanden sich zwei junge Männer, beide in Erwartung ihres ersten Nachwuchses, um mit einer gemeinsamen Aufgabe ihrem Leben eine wirtschaftliche Basis und sinnvolle Ziele zu geben: herwig Danzer, studierter Germanist, Soziologe und Politologe, seit seiner Jugend autodidaktischer Schreiner, heute Assessor für Qualitätsmanagement und Ernährungsexperte, und Gunther Münzenberg, Schreinermeister mit hohen Qualitätsansprüchen, gründeten die Firma „die möbelmacher“, die heute deutschlandweit bekannt ist und inzwischen 17 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Kunde plant mit

Grundsätzlich werden alle Möbelstücke im Auftrag des Kunden mit dessen enger Beteiligung an Planung und Entwurf und in Einzelanfertigung ausgeliefert. Man vermeidet unkritische Anpassung an aktuelle Moden und nutzt gegebene natürliche Effekte wie die Oberflächenstrukturen und Farbformen des Holzes, z.B. den typischen Rotkern alter Buchenstämme. Ziel ist zeitlose Eleganz. Als Material wird, von Beschlägen, Gläsern und Schlössern natürlich abgesehen, vor allem Massivholz verwendet,  dessen Oberfläche nach einem selbst entwickelten Verfahren nicht chemisch, sondern nur mit Naturharzölen behandelt wird. Besondere Farbeffekte erzielen die Möbelmacher auch mit einer Erhitzung der Hölzer und pulverbeschichteten Fronten aus Glas und Metall.

Das Holz liegt vor der Tür

Schon vor zwei Jahrzehnten war der Gedanke regionaler Energie und Material sparender Produktionen – heute eines der wichtigsten Ziele des Natur- und  Umweltschutzes - für die „möbelmacher“ selbstverständlich. Buche, Ahorn, Kirschbaum, Elsbeere und andere heimische Baumarten werden in bester Qualität von Forstbetriebsgemeinschaften der Waldbauern im Umkreis von nicht mehr als 100 km als Rundholz bezogen, dann  auf eigenem Gelände gesägt, getrocknet, zugeschnitten, verleimt und geschliffen, bevor wie in konventionellen Betrieben die eigentliche Schreinerarbeit beginnen kann. An jedem Werkstück erkennt man diese Sorgfalt im Umgang mit dem Material. Selbstbewusst stellt herwig Danzer fest: „Unsere eigenen Qualitätsanforderungen an unsere Produkte sind in der Regel höher als die des Kunden.

Zum Einsatz in der Fertigung kommt moderne Technik. Computergesteuerte Maschinen erledigen mehrere Arbeitsgänge gleichzeitig. Beeindruckend ist auch das Energie- und Abfallkonzept des Betriebes. Der Einsatz von Wärmedämmung nach Niedrigenergiestandard und von Öko-Strom ist selbstverständlich. Rest und Verschnittholz, Sägespäne und ähnliche Abfälle finden Verwendung in der Heizung der Trockenkammer und der Betriebs- und Wohnräume. Chemischer Müll fällt kaum an, sogar die Blasenfolien des Polstermöbelherstellers werden von einem Partnerbetrieb für Pulverbeschichtung begeistert und umwelschonend übernommen.

Die Ideologie aktueller denn je

Was „die möbelmacher“ aber darüber hinaus zu einem ganz besonders bemerkenswerten Unternehmen macht, ist ihr andauerndes Bemühen um ökologische und regionale Bewusstseinsbildung, sind ihre vielen Initiativen zur Förderung des Umweltgedankens in unserer Region. Man verkauft in Unterkrumbach eben nicht nur Küchen, man bietet auch Kochkurse im Rahmen der Aktion „Heimat auf´m Teller“ an. Man dämmt nicht nur die Wände der eigenen Gebäude, man informiert auch in der Agenda-Gruppe Neunkirchen a.S. über Energiesparen beim Hausbau. Dafür erhielt die Gruppe den Best-Practice-Preis des Bundeswirtschaftsministeriums. Man verwendet nicht nur Holz aus der Region, man hob vor zehn Jahren mit dem Forstamt Hersbruck, der Forststbetriebsgemeinschaft und dem BN-NSZ Wengleinpark den Initiativkreis „Holz aus der Frankenalb“ aus der Taufe, der für die Nutzung heimischer Hölzer aus der näheren Umgebung wirbt. Das „regionale Musterhaus“ war die logische Konsequenz aus dieser Arbeit, denn im Jahr 2001 bezog die Familie Danzer auf dem Möbelmachergelände ein Holzhaus, das ausschließlich von Handwerkern aus der Region und mit Material ien von hier errichtet wurde.

Der erste „Tag der Regionen“ in Deutschland…….

…. .eine gemeinsam entwickelte Idee von Rainer Wölfel , des Leiters des NSZ Wengleinpark, und herwig Danzer - fand 1998 in Unterkrumbach statt und ist auch heute noch die größte Veranstaltung dieser Art in der Bundesrepublik (2007 in Henfenfeld 10.000 Besucher).

Weitere Beispiele ließen sich anführen. Für diese Geschäftsphilosophie und -praxis, an der selbst IKEA mit Besuchen und gemeinsamen Tagungen großes Interesse zeigte, wurden die Unterkrumbacher 2003 vom damaligen Umweltminister Schnappauf geehrt. Er ernannte Geschäftsführer herwig Danzer zum „Bayerischen Umweltbotschafter“.

Wir können unseren Lesern nur empfehlen, die Einladung der „möbelmacher“ anzunehmen und das Fest ihres  zwanzigjährigen Jubiläums vom 6. – 8. Juni in Unterkrumbach zu besuchen.

Alle Infos hierzu gibt es auf der ständig aktualisierten Internet-Sonderseite „www.die-moebelmacher.de/20Jahre.“

Peter Pflügner